nach dem Konzept von Ludo Vande Kerckhove
Unsere Schule beschäftigt sich intensiv und kontinuierlich mit Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum und der Frage, wie Lernen, Entwicklung und echte Teilhabe im schulischen Alltag bestmöglich ermöglicht werden können.
Verstehen statt bewerten – unsere Arbeit im Autismus-Spektrum
Wir arbeiten nach dem ALL-Konzept („Autismus Lesen Lernen“) von Ludo Vande Kerckhove. Dieser Ansatz basiert auf einem tiefen Verständnis von Autismus als besondere Form der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung – nicht als Defizit, sondern als individuelle Art, die Welt zu erleben und zu ordnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Haltung, Verhalten nicht zu bewerten, zu korrigieren oder zu regulieren, sondern es zu verstehen. Verhalten wird als „Lesetext“ betrachtet, der Hinweise auf innere Zustände, Bedürfnisse und mögliche Überforderungssituationen gibt.
Vier Kolleg_innen unserer Schule haben hierzu eine umfassende Weiterbildung absolviert. Das dort erworbene Wissen bildet eine zentrale Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit und wird im Kollegium kontinuierlich weitergegeben, reflektiert und in die pädagogische Praxis integriert. So entsteht ein gemeinsames fachliches Verständnis, das unser Handeln im Schulalltag prägt und weiter professionalisiert.
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Beziehungsaufbau. Eine verlässliche, wertschätzende und stabile Beziehung bildet die Grundlage für jedes Lernen und jede Entwicklung. Gerade im schulischen Alltag zeigt sich, dass Sicherheit, Vertrauen und Kontinuität entscheidende Voraussetzungen dafür sind, dass Schüler_innen sich auf neue Situationen einlassen und eigene Lernschritte gehen können.
Auf dieser Grundlage gestalten wir Lernumgebungen, die durch Struktur, Verlässlichkeit und klare Kommunikation Orientierung geben. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf eine individuelle Begleitung, die die jeweiligen Bedürfnisse der Schüler_innen berücksichtigt und ihnen Entwicklung im eigenen Tempo ermöglicht.
Unser Ziel ist es, eine Schule zu sein, in der Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum nicht angepasst werden müssen, sondern in ihrer Individualität verstanden werden. Dieses Verstehen ist die Grundlage für unsere Arbeit. Es schafft Sicherheit, reduziert Belastung und ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln.




