ANMELDUNG 2. Autismus-Fachtag 2018

2. Autismus-Fachtag an der Paul-Klee-Schule Celle

am 5. Mai 2018

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Chaos und Ordnung – Aspekte der Emotionalität bei Menschen im Autismusspektrum

In den Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (ICD 10) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen finden sich u.a. folgende Formulierungen zu Auffälligkeiten autistischer Menschen im Bereich der sozialen Interaktion: Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit, deviante Reaktion auf die Emotionen anderer, labile Integration sozialen, emotionalen und kommunikativen Verhaltens. Diagnosekriterien beschreiben beobachtbares Verhalten. Sie sagen nichts darüber aus, welches emotionale Erleben und welche emotionalen Bedürfnisse diesem Verhalten zugrunde liegen. In der Betreuung und im Zusammenleben mit Menschen im Autismusspektrum ist es jedoch notwendig, diese Erlebnis- und Bedürfnisperspektive zu verstehen und in das pädagogische, therapeutische oder einfach nur zwischenmenschliche Handeln einzubeziehen.

 

2. Autismus-Fachtag 2018

Der diesjährige Fachtag soll den Themenbereich „Autismus und Emotionen“ aus unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen beleuchten. Relevante Aspekte wie „emotionale Entwicklung“, „Stress-Erleben“, „Empathie“ oder „Beziehungsgestaltung“ sollen mit unterschiedlicher Methodik dargestellt und reflektiert werden.

Begonnen wird mit der szenischen Darstellung „Black Box“, in der die Patt-Situation der äußeren Lebenssituation eines Menschen mit ASS und seiner inneren Emotionalität dargestellt werden soll. Beide Kräfte scheinen nur auf Gegenseitigkeit eingestellt zu sein und bedingen sich zirkulär. Eine kräftezehrende Reise durch ein endloses Störungs-kontinuum.

 

Zielsetzung

Für den Fachtag besteht ein wesentliches Ziel darin, einseitig defizit-orientierte Vorstellungen oder Klischees, wie die angebliche autistische Empathielosigkeit, zu überwinden. „Sozio-emotionale Wechselseitigkeit“ soll auch aus der neurotypischen Perspektive problematisiert werden.

Denn das Erscheinungsbild Autismus kann bei neurotypischen Menschen unbewußt Ablehnungsgefühle bis hin zu offenem Ärger verursachen und damit zu massiven Ausgrenzungserlebnissen bei Menschen mit ASS führen. Unbewusste Gegenübertragungen können leicht die tatsächlichen Bedürfnisse des autistischen Gegenüber verdecken. Oft sind diese Gegenübertragungen Ausgangspunkt für pädagogische oder therapeutische Ziele, die wegen der autistischen Kommunikationsstörung nicht befriedigend korrigiert werden können. Das Leben vorbei an den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen ist dann ein Risikofaktor für weitere schwerwiegende Verhaltensstörungen, Angsterkrankungen und Zwangsstörungen. Diese lassen die Basisstörung Autismus in den Hintergrund treten und damit geraten Menschen mit ASS häufig immer tiefer in den Kreislauf der psychiatrischen Behandlung.

Nicht nur, aber besonders in der Betreuung von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sind Perspektivwechsel notwendig, denn aus einer empathisch geprägten Grundhaltung heraus kann es gelingen, den veränderten emotionalen Ausdruck zu verstehen, angemessen einzuordnen und neurotypische Unterstellungen zu vermeiden bzw. einzugrenzen. Zu dieser Grundhaltung gehören fachliche Kenntnisse zur emotionalen Entwicklung autistischer Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Die Beiträge dieser Fachtagung sollen Ideen liefern zu einer Beziehungsgestaltung, die man vielleicht mit dem Oberbegriff „Professionelle Nähe“ beschreiben könnte.

 

Autismus und Kunst

Die künstlerischen Werke wollen beim Betrachter bewußt die emotionale Seite ansprechen und das kühle Verstehen von Fakten außen vor lassen. Sie wollen dem offenen Betrachter das zeigen, was sonst leicht verdrängt, verleugnet oder übersehen worden ist. Er soll eine Seite des Erlebens von Not, von der autistischen Not kennen lernen.

Bitte seien Sie offen und mutig und lassen Sie sich berühren vom Unaussprechlichem.

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